Major Gottfried Gutmann zum Ehrenkommandant ernannt

Die Gemeinde ehrte ihn zu seinem Abschied mit dem Ehrenwappen

 

Zell-Unterharmersbach. Nach 24 Jahren als Kommandant und 11 Jahren als Vorsitzender wurde Gottfried Gutmann anlässlich des Zeller Festes feierlich aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Dabei wurden seine vorbildliche Arbeit für Heimat und Brauchtum in besonderer Weise gewürdigt. Die Historische Bürgerwehr Unterharmersbach ernannte ihn einstimmig zum Ehrenkommandanten. Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner verlieh ihm für seine herausragenden Verdienste für die Stadt Zell und die Ortschaft Unterharmersbach das Unterharmersbacher Ehrenwappen.

 

Der 1. Vorsitzende der historischen Bürgerwehr Unterharmersbach, Josef Roth, würdigte die außerordentlichen Leistungen von Gottfried Gutmann, der vor 37 Jahren in die Unterharmersbacher Bürgerwehr eingetreten war. Als Vereinsrechner von 1978-1999 und zeitweise als Schriftführer habe er schon fünf Jahre nach seinen Eintritt wichtige Ämter in die Bürgerwehr übernommen und sie zur vollsten Zufriedenheit aller Kameraden bewältigt. Mit einem überwältigenden Votum wurde er 1986 direkt vom einfachen Gewehrträger zum Kommandanten und 1999 zum ersten Vorsitzenden gewählt. Höhepunkte seiner Tätigkeit seien das 125-jährigen Vereinsjubiläums 1987 sowie das großartig verlaufene Kreistrachtenfest 1997 gewesen, für die Gottfried Gutmann unzählige Stunden investiert habe. Jeweils über 10.000 Zuschauer säumten in Unterharmersbach beim Festzug die Straßen. Hinzu kamen Heimatfeste in Unterharmersbach und mit der Partnergemeinde Tuggen. „Josef Roth: „ Du hast unseren Verein vorbildlich geführt und bist immer mit gutem Beispiel vorangegangen. Kein Weg war dir zu weit, kein Auftritt zuviel.“

 

Mit allen Vereinen und mit der Ortsverwaltung habe er - auch in seiner Funktion als Vereinssprecher - hervorragende Kontakte gepflegt. Als „Geddi“ bei der Neugründung der Bürgerwehr Haslach habe er sich große Verdienste erworben. Roth: „Danke für deine Zeit, danke für deine Arbeit und danke für deine Kraft, mit der du dich für unsere Bürgerwehr stets eingesetzt hast.“ Unter lang anhaltendem Beifall ernannte Josef Roth seinen Vorgänger zum Ehrenkommandant und übergab als Zeichen des Dankes einen Reisegutschein

Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner würdigte für die politischen Gemeinde auch im Namen von Bürgermeister Hans-Martin Moll die vielfältigen Verdienste von Gottfried Gutmann. Gutmann sei einer der markantesten und profiliertesten Vertreter der Ortschaft, wenn es um Heimat und Brauchtum gehe und habe in seinen Ämtern das Bild von Unterharmersbach mitgeprägt und mitbestimmt. Er habe die Bürgerwehr zu einem glänzenden Aushängeschild gemacht und mit seiner Weitsicht, Standfestigkeit und seiner Führungspersönlichkeit die Historische Bürgerwehr Unterharmersbach zu neuen Höhen geführt. Im Landesverband sei Gutmann als Vorstandsmitglied hoch angesehen und sein Rat werde geschätzt. Sein hervorragender Einsatz für Heimat und Brauchtum wurde dadurch gewürdigt, dass er als Einziger im Tal mit der seltenen Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg durch das Innenministerium und die Heimatverbände ausgezeichnet worden sei.

Als es darum ging, das Erbe der Vorfahren bei den Auseinandersetzungen um die  Gewehre zu wahren, habe es Gottfried Gutmann verstanden seiner Führungsaufgabe gerecht zu werden und das Erbe der Vorfahren zu verteidigen. Es seien für ihn harte Tage, Wochen und Monate gewesen, in denen er die Last seines Amtes drückend auf seinen Schultern gespürt habe. Wagner bat Gutmann weiterhin mitzuarbeiten, Heimat und Brauchtum zu erhalten und der Bürgerwehr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Für seinen außerordentlichen Einsatz für die Bürgerwehr und für Heimat und Brauchtum verlieh der Ortsvorsteher Gottfried Gutmann das Unterharmersbacher Ehrenwappen. Mit einem Blumenstrauß dankte der Ortsvorsteher Ehefrau Monika Gutmann, die bei vielen Anlässen ihren Mann in all den vielen Bürgerwehrjahren unterstützt hatte und ihm fest mit Rat und Tat zur Seite stand.

 

Pater Leonhard wies auf die enge Verbindung mit Gottfried Gutmann und seiner Bürgerwehr hin, die ihn auch bewogen habe, extra für die Fahnenweihe aus der Heiligen Stadt nach Unterharmersbach zu kommen. Auch er bat Gutmann der Bürgerwehr treu zu bleiben: „Bürgerwehrmann bleibt man mit und ohne Amt ein Leben lang – wie wir Kapuziner auch.“

 

 

Bild : Mit Ehren überhäuft wird Major Gottfried Gutmann (Bildmitte) durch (von rechts) Hauptmann Marcus Bohnert, Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner, Vorsitzender Josef Roth und Pater Leonhard verabschiedet

 

 

 

 

 

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Jahresveranstaltung der Bürgerwehr Unterharmersbach rundum gelungen:

 

 

»Damenduell« mit Schrubber und Staubtuch

 

Von Barbara Wagner

Zell-Unterharmersbach. Wenn zwei Hagestolzen der Haushalt über den Kopf wächst, sich beide aber vehement weigern zu heiraten, dann fliegen gleich zu Beginn die Teller: Turbulent von Anfang bis zum Schluss ging’s im »Damenduell« in der voll besetzten Schwarzwaldhalle rund, und das Publikum hatte viel zu lachen. Zu Beginn der Jahresveranstaltung präsentierte die Historische Bürgerwehr, und Kommandant Gottfried Gutmann nahm die Gelegenheit wahr, viele prominente Gäste zu begrüßen.

Das Lustspiel der Gruppe »Lampenfieber« um Simon Haas hatte es in sich.

Die Theaterspieler nutzten ihre Rollen voll aus, und so kam es zu viel Gelächter und immer wieder zu großem Zwischenapplaus während des Spiels.

Chaotisch

Chaotisch ? anders kann man den Männerhaushalt nicht nennen? geht’s bei Witwer Johann (Alfred Willmann) und seinem Sohn Alfred (Tobias

Schwendemann) her. Beide wollen, dass der andere heiratet, um endlich Ordnung in die Wirtschaft zu bringen? aber keiner von beiden will »unter die Haube«. So geraten Johann und Alfred immer wieder so aneinander, dass die Fetzen bzw. die Teller fliegen.

Nicht weniger chaotisch geht’s bei Nachbars zu. Der ungehobelte Vater Eugen (Michael Zechmeister) ist ständig mit einem Knüppel unterwegs, um seinen arbeitsscheuen Sohn Franz (Simon Haas) dahin zu prügeln, »dass er seine Hände auch zum Arbeiten gebrauchen kann«. Franz isst und trinkt sich am liebsten bei den Nachbarn Johann und Alfred durch.

Doch als Vater Johann seinen Hof an Alfred übergeben will und eigens den Notar Siegelring (Tobias Riehle in einer Paraderolle) einbestellt, entwickelt sich das Unheil. Denn die Erbrechte verlangen nach Nachkommen...

Kornjörgle verkauft alles

Johann beschließt, Alfred endlich eine Frau zu besorgen ? und für sich gleich auch eine. Er beauftragt den Viehhändler »Kornjörgle« mit der heiklen Angelegenheit. Pech, dass Alfred das Gleiche denkt und ebenfalls eine Mutter mit Tochter einbestellt.

Natürlich treffen alle vier Damen gleichzeitig ein: Die forsche Sophie (Elke Breig) mit ihrer unbedarft-dümmlichen Tochter Cäcilie (Corinna

Grießbaum) und die handfeste Rosa (Karolin Kornmayer) mit ihrer hübschen Tochter Vroni (Ulrike Gutmann). Nach dem ersten Schreck lassen sich die Männer erstmal richtig verwöhnen. Um die Wette füttern die Damen ihre Favoriten, putzen, was das Zeug hält ? und geraten sich dabei natürlich immer wieder in die Haare. Ob mit Schrubber oder Putzlappen ? es folgte ein »Duell« auf das nächste, und die Zuschauer hatten ihre helle Freude.

Ganz nebenbei findet Sohn Alfred »seine« Vroni, und schließlich löst sich alles in Wohlgefallen auf. Vater Johann nimmt wohl über übel Mutter Rosa ? und auch für die Nachbarn, Eugen und Franz, ergibt sich unverhofftes »Glück«: Für sie fallen Sophie und Cäcilie ab!

Riesiger Beifall und mehrere »Vorhänge« war der Lohn für das tolle Theaterspiel. Kommandant Gutmann überreichte allen ein Dankeschön-Präsent.

Prolog von Christina

Zu Beginn des rundum gelungenen Abends waren Bürgerwehr und Spielmannszug mit klingendem Spiel aufmarschiert. Trachtenkind Christina Roth (10 Jahre) sprach einen launigen Prolog zur Einstimmung auf den Abend. Bürgerwehrkommandant Gottfried Gutmann freute sich über die vollbesetzte Schwarzwaldhalle, die die Verbundenheit der Talbevölkerung mit der Bürgerwehr unterstreiche. Unter den Ehrengästen hieß er auch den Landeskommandanten Bernhard Lehmann und dessen Stellvertreter Gerold Beirer aus Sipplingen willkommen. Gern gesehener Gast war ebenfalls der 94-jährige Unterharmersbacher Ehrenkommandant Josef Schwarz, der es sich nicht nehmen ließ, die Jahresveranstaltung zu besuchen.

»Ausverkauft« hieß es bei der traditionellen Tombola der Bürgerwehr. In den Pausen und nach dem Theaterspiel sorgte »Melodie & Spaß« für gute Unterhaltung, und zum »Absacker« vor dem Nachhauseweg lud die »Schneebar« ein.